09.01.2012 >>> Werteverfall

Ein Charakter ist mehr wert als ein Talent. (alte Bauernweisheit)
Da liest man doch täglich Geschichten in der Zeitung, die einen eigentlich gar nicht mehr erschrecken und die man schon fast zur alltäglichen Selbstverständlichkeit zählt:
  • Jemand fährt in Schlangenlinien vor der Polizei her: Er ist nicht nur betrunken, sondern hat nie einen Führerschein gehabt und das Auto ist geklaut.
  • Ein anderer hat seinen Gurt beim Fahren nicht angelegt und wird deshalb angehalten: Er wird per Haftbefehl gesucht, weil er 28x verurteilt worden ist wegen Schwarzfahrens.
Und solche Geschichten gibt es jede Menge. Was geht in den Menschen vor, die nicht einmal die einfachsten Regeln unserer Gesellschaft einhalten, obwohl sie dadurch wegen ganz anderer Verstöße auffliegen können. Ist dies eine Ablehnung aller Regeln, die eine Gemeinschaft zusammenhalten und lebensfähig machen? Oder ist es ein übersteigerter Egoismus, der die Rechte anderer missachtet und seine eigenen Gesetze macht? Und auch im privatrechtlichen Bereich zwischen den Bürgerinnen und Bürgern nimmt der Respekt vor den Rechten des anderen immer mehr ab. Jeder hat z. B. schon von „Mietnomaden“ gehört, die nach wenigen Monaten die Mietzahlungen einstellen und dann ein Chaos in der Wohnung hinterlassen, die einem arglosen Vermieter gehört. Hat das mit einer Veränderung der Werte von Generation zu Generation zu tun? Wir haben jedenfalls in der Schule noch den „kategorischen Imperativ“ von Immanuel Kant besprochen und diesen für unser Leben verinnerlicht. In einer Version lautet er: „Handle stets so, dass die Maxime deines Wollens jederzeit zur Grundlage einer allgemeinen Gesetzgebung gemacht werden kann.“ In der volkstümlichen Variante kennt das jeder: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg' auch keinem andern zu." Das heißt anders herum: "Alles was du für dich in Anspruch nimmst, musst du jedem anderen auch zubilligen." Dies ist in der Philosophie viel diskutiert und in bestimmten Bereichen auch abgewandelt worden. Wir wissen ja, wie das mit den Gesetzen ist: Kaum ist eines verabschiedet, wird schon an den Lücken und Verfeinerungen gearbeitet. Der Sinn bleibt dabei grundsätzlich erhalten. Doch der kategorische Imperativ scheint in der heutigen Zeit seine Bedeutung verloren zu haben. Anders kann ich mir das, was z. B. die Banker angestellt haben, nicht vorstellen. Deren Verhalten zur Regel für alle zu machen, ist der Untergang unserer Gesellschaft. Und selbst unser Bundespräsident scheint die Moral, die hinter dem kategorischen Imperativ steckt, nicht mehr ganz ernst zu nehmen. Als Volljurist mit Erfahrung in einer Anwaltskanzlei, auf die er noch als Ministerpräsident ständig hingewiesen hatte, und Teil der Gesetzgebung müsste er in seiner Rolle als Bundespräsident eigentlich diesen moralischen Aspekt hoch halten und in seiner täglichen Arbeit anwenden. Denn wenn man die Geschichte weiterdenkt, dann müsste das, was er gemacht hat, für alle gelten. Deswegen wäre es logisch, wenn er in einer mahnenden Rede von den Banken fordern würde, alle Bürgerinnen und Bürger bei Immobilenkäufen finanziell genau so zu stellen, wie er es für sich – als „allgemein üblich“ – verlangt hatte. Natürlich ist es nicht rechtswidrig, wenn man Darlehn zu Zinsen erhält, die unter dem üblichen Zinssatz liegen, die Vereinbarung mündlich abschließt sowie – von Seiten der Geldgeber - auf Sicherungen im Grundbuch verzichtet und den Notar einen Notar sein lässt. Aber soll das zur allgemeingültigen Regelung werden? Dann sollte der Bundespräsident das auch – für uns alle – einfordern. Und wie ist das mit der Presse? Niemand aus der Politik ist – rechtlich - verpflichtet, alle Fragen von Reportern zu beantworten. Aber den Redakteuren zu verbieten, unerwünschte Artikel zu veröffentlichen und – bei Zuwiderhandlung - Strafe anzudrohen – das passt nicht zu dem, was ich gelernt habe. Selbst wenn es nicht strafbar sein sollte, so ist es für mich augenscheinlich ein Werteverfall. Oder? Ihr Erler.Nordlicht@gmx.de

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