11.01.2010 - Schönheitswahn

Schön ist eigentlich alles,
was man mit Liebe betrachtet.

Christian Morgenstern (dt. Schriftsteller, 1871 – 1914)

Musik, Filme, Natur, Gerüche oder Kunst können schön sein, also von den Beobachtern oder Genießern so gesehen werden. Jedenfalls wird als „schön“ empfunden, was einen besonders angenehmen Eindruck hinterlässt. Bei diesen Dingen ist der Begriff „Schönheitswahn“ nahezu unbekannt.

Bei einem schönen menschlichen Körper gibt es dagegen zwei Aspekte. Zum einen geht es um die Meinung – oder besser das „Gefühl“ – der betroffenen Person zum eigenen Körper. Zum anderen spielt es eine Rolle, wie die Umwelt ihn betrachtet. Und schon kommt es zu Vermischungen, da viele nicht danach fragen, wie sie tatsächlich gesehen werden, sondern gerne einen ganz bestimmten Eindruck erwecken möchten. Wer glaubt, eine aktive unternehmerische Person darstellen zu müssen, kann sehr unglücklich sein, wenn er viele Falten im Gesicht und Tränensäcke unter den Augen hat. Das wirkt nicht dynamisch und tatkräftig, sondern müde und abgeschlafft, und damit nicht förderlich fürs Geschäftsleben.

Wer aber jetzt einen Schönheitschirurgen aufsucht, um sich das Gesicht straffen zu lassen, hat nach meinem Empfinden den falschen Arzt aufgesucht. Da wäre das Geld besser bei einem Psychiater angelegt, der zu einem gestärkten Selbstwertgefühl verhilft. Denn dann tritt man auch selbstbewusst auf und hält sich nicht mehr mit unwichtigen Äußerlichkeiten auf. Denn worum es dann einzig und allein geht sind nur die eigenen Leistungen.

Der Eingriff im Gesicht geht irgendwann als Schuss nach hinten los. Abgesehen von der Zeit, die unweigerlich gegen einen arbeitet, wird inzwischen „Gott sei Dank“ immer mehr verstanden, was man da am eigenen Körper verbrochen hat. Und Menschen wie Sie oder ich begreifen, dass mal wieder jemand leider nur die Symptome und nicht die Ursachen behandelt hat. Lippen wie Gummiboote, ein gestraf(f)tes Gesicht, das keine Mimik mehr zulässt, oder eine Nase, die an Michael Jackson erinnert – das alles bewirkt beim Betrachter mehr Grinsen als Bewunderung und lässt schnell erkennen, dass hier etwas vertuscht werden soll.

Wenn sich in unserer Gesellschaft gerade die Frauen mehr und mehr über „Schönheit“ definieren (lassen), kann es zu einem regelrechten „Schönheitswahn“ kommen, bis hin zu massiven körperlichen Schädigungen wie Essstörungen oder Knochenschwund. Aber da komme ich schon in den Bereich des Missverhältnisses zwischen der selbstbewussten modernen Frau und den Hungerhaken, die gerne Model sein möchten und sich dabei an vermeintlichen Vorbildern orientieren, die aber alles andere als zeitgemäß sind.

Dazu können Sie mir gerne Ihre Meinung mailen, denn ich werde ein andermal gezielt darüber schreiben und ihren Standpunkt dann in meine Geschichte einfließen lassen.

Heute empfehle ich ihnen noch ein Video über eine Schönheitsoperation. Dabei können Sie sehen, wie sich der Geschmack doch ändern kann und die „Schönheit“ immer wieder neu definiert wird. Oder?

Ihr
Erler.Nordlicht@gmx.de

Termine

IDA

am: 20.09.2018 um: 18.00 Uhr
im: August-Bebel-Haus,
Gabelsbergerstr. 15, 
45879 Gelsenkirchen
 



Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt (MuV)

am: 25.09.2018 um: 19:00 Uhr

im: August-Bebel-Haus,
Gabelsbergerstr. 15, 45879 Gelsenkirchen

 



Führung über den Jüdischen Friedhof
durch Frau Judith Neuwald-Tasbach


am: 26.09.2018 um: 18.00 Uhr

Ort: Jüdischer Friedhof in Gelsenkirchen-Bulmke,
​​​​​​​Ecke Oskarstraße/Wannerstraße, 45888 Gelsenkirchen

 

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