17.12.2012 >>> Kosten für die Gesundheit

Die Medizin ist so weit fortgeschritten, dass niemand mehr gesund ist. Aldous Huxley (britischer Schriftsteller, 1894 – 1963)
Dass die Kosten für unsere Gesundheit ständig wachsen, hat sicher jeder schon bemerkt. Verdächtige für die Kostensteigerungen sind immer wieder die Pharmaindustrie, Apotheken, Ärzte, Krankenhäuser, Krankenkassen sowie die Politiker, die keine felsenfesten Regelungen finden. Unbestritten gibt es in allen Bereichen schwarze Schafe, die dann für alle aus ihrer Branche herhalten müssen. Doch die dadurch entstehenden Mehrkosten in der Gesundheit sind angesichts der Gesamtkosten nicht so wesentlich, wie manche meinen. Denn trotz aller Regelungswut stiegen die Kosten für die Gesundheit in Deutschland – ohne Investitionen - von 236 Milliarden € (2006) auf 287,3 Milliarden € (2010). Und selbst wenn alle, denen so misstraut wird, ihre Aufgaben nach allgemein anerkannten Regelungen vollzögen, würden die Belastungen im Gesundheitswesen weiterhin kräftig steigen. Die wesentlichen Ursachen für die ständig steigenden Kosten sind in anderen Bereichen zu suchen, die von niemandem verteufelt werden. Zum einen entwickelt die Forschung ständig neue wissenschaftliche Methoden. Damit werden auch Krankheiten erfasst, deren Behandlung oder gar Heilung früher als ausgeschlossen galt. Dabei können die Verfahren bis in die einzelne Zelle des menschlichen Körpers gehen und Welten erschließen, die uns bisher völlig unzugänglich waren. Leider nicht kostenlos. Aber nicht nur die neuen Techniken, sondern auch die Geräte auf den schon bekannten Feldern werden immer besser – und natürlich teurer. Wir alle wollen Computertomograph (CT) und Magnetresonanztomograph (MRT) für mehrere Millionen Euro gehören in vielen Krakenhäusern fast schon zur Standartausstattung. Und Geräte zur Schwerionentherapie, die so groß wie ein halber Fußballplatz und mehrere Stockwerke hoch sind, werden über kurz oder lang für immer mehr Patienten zur Krebsbekämpfung eingesetzt werden - auch wenn ein einzelnes Gerät ca. 100 Mill. € und eine Behandlung zurzeit 20.000 € kostet, sofern sie aus Kostengründen überhaupt durchgeführt wird. Hinzu kommen neue Zivilisationskrankheiten wie Aids, Stress, und immer mehr Probleme mit der Psyche, die mehr und mehr behandelt werden. Für solche Dinge ist früher kein Groschen ausgegeben worden. Denn Nierenversagen, Diabetes, kaputte Gelenke und Krebs – da ab es keine erfolgreiche Behandlung. Früheres Sterben war deshalb an der Tagesordnung. Und damit kommen wir zum dritten „Kostentreiber“. Und das sind wir selber. Denn wir werden – erfreulicherweise – immer älter und haben deshalb die große Chance, nach dem Überwinden von Krebs und nach einer Transplantation noch gegen Bluthochdruck, Diabetes und Gelenkschmerzen behandelt zu werden. Und schließlich erreichen immer mehr von uns ein Alter, in dem die Demenz nichts Ungewöhnliches ist. Von dem Zusammenhang zwischen Alter und Behandlungskosten kann sich jeder ein Bild machen, wenn er folgende Aufstellung betrachtet. Jährliche Krankheitskosten (2006) je Einwohner:
Alter Männer Frauen
unter 15 1.370 € 1.140 €
15 bis 29 930 € 1.460 €
30 bis 44 320 € 910 €
45 bis 64 2.800 € 3.050 €
65 bis 84 6.000 € 6.170 €
85 und älter 11.490 € 15.330 €
alle Altersgruppen 2.480 € 3.230 €
Fazit: Die Kosten steigen unaufhörlich, da niemand die Entwicklung aufhalten will, die das Leben positiv verlängert, und bei Bedarf auch selber behandelt werden möchte. Und wer soll das alles bezahlen? Damit werde ich mich demnächst beschäftigen. Doch eines kann ich schon vorwegnehmen: Nach der derzeitigen Regelung sind alle zukünftigen unvermeidbaren Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen ausschließlich von den Arbeitnehmern zu tragen. Die paritätische Finanzierung der Krankenkassen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist von der derzeitigen Regierung abgeschafft worden. Das kann doch nicht „alternativlos“ so bleiben. Oder? Ihr Erler.Nordlicht@gmx.de Weitere Montags-Geschichten zum Gesundheitswesen:
...........

Termine

Alle Termine öffnen.

26.02.2020, 18:00 Uhr 28. Politischer Aschermittwoch SPD WW
Liebe Genossinnen und Genossen, klare Worte zur Lage im Land – die gibt es traditionell beim Politische …

26.02.2020, 19:00 Uhr SPD und Glaube
der Gesprächskreis "SPD und Glaube" lädt euch zum Film "Du sollst nicht Angst haben" …

 

 

Meldungen

Zentraldeponie Emscherbruch
SPD-Fraktion:"Lehnen Erweiterung ab"
-> zum Artikel

Modernisierung der Schievenfeld-Siedlung
Klimaschutz, Moderne Quartiere und bezahlbare Mieten sind machbar

-> zum Artikel

Falls Sie Rechtsfragen haben, könnte Ihnen
diese Seite weiterhelfen.

Jusos in Gelsenkirchen

Aktiv bei Facebook    
Internetseite     
Siehe auch:     
Ückendorfer Falken (Spunk)    
Jusos in NRW     
Jusos    

WebsoziInfo-News

17.02.2020 20:21 Bärbel Bas zur Bertelsmann-Studie / Gesetzliche Krankenversicherung
Die Krankenversicherung muss solidarisch finanziert werden Würden auch privat Versicherte in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen, würden deren Beiträge laut einer Studie drastisch sinken. SPD-Fraktionsvizin Bas macht deutlich, wo ihre Fraktion steht. „Die private Krankenversicherung kommt der gesetzlichen Krankenversicherung teuer zu stehen. Gerade die, die mehr verdienen, beteiligen sich nicht an der Solidargemeinschaft. Wir fordern daher schon

16.02.2020 20:24 Wir sichern Mobilität für alle und fördern das Wirtschaftswachstum
SPD-Fraktionsvize Bartol erläutert den so genannten Investitionsrahmenplan. „Die steigenden Investitionen in den Verkehrsbereich beweisen, dass wir auf dem richtigen Weg sind: Wir sichern Mobilität für alle und fördern das Wirtschaftswachstum. Insbesondere im Schienenbereich müssen die Gelder jetzt schnell in die Infrastruktur fließen, denn Klimaschutz hängt unmittelbar von der Modernisierung der Infrastruktur ab. Da sich die

11.02.2020 08:04 In die neue Zeit. Zukunft gerecht verteilen.
In die neue Zeit. Zukunft gerecht verteilen. Die SPD hat auf einer Klausurtagung in Berlin wichtige Maßnahmen für „eine gerechte Ordnung auf dem Arbeitsmarkt im 21. Jahrhundert“ beschlossen. „Die SPD ist und bleibt die Partei der Arbeit“, sagte Parteichefin Saskia Esken am Sonntagabend. weiterlesen auf spd.de

06.02.2020 21:33 Katja Mast zur Grundrente
Die Grundrente kommt. Schon in der kommenden Woche soll das Bundeskabinett sich mit dem Gesetzentwurf befassen. Fraktionsvizin Katja Mast freut sich, dass die fachlichen Details geklärt sind. „Zielgerade bei den Verhandlungen zur Grundrente: Wir haben gesagt, sie kommt. Und sie kommt. Es ist sehr gut, dass die fachlichen Details geklärt sind. Das war eine große Kraftanstrengung

03.02.2020 11:52 Finanztransaktionssteuer führt zu mehr Steuergerechtigkeit
Die Kritik des österreichischen Bundeskanzlers an der Finanztransaktionsteuer hält einer genauen Betrachtung nicht Stand. Die Besteuerung des Aktienhandels ist der erste Schritt zu einer umfassenden Finanztransaktionsteuer. Kleinanleger werden nicht spürbar belastet, da sie Aktien zur Vermögensbildung erwerben und nicht auf kurzfristige Veräußerungsgewinne aus sind. „Die Finanztransaktionsteuer führt zu einer fairen Besteuerung des Finanzsektors, welcher weder

Ein Service von websozis.info

Counter

Besucher:1244351
Heute:323
Online:1