19.09.2011 >>> Griechenland und die Insolvenz

Was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt morgen aussieht. Boris Pasternak (russ. Dichter, 1890 – 1960)
Aufgrund sehr komplizierter bzw. komplexer Zusammenhänge ist es auch für Politiker nicht einfach, die verschiedenen Alternativen – z. B. in der Griechenland- oder Eurofrage – mit all ihren Konsequenzen wirklich zu erfassen und zu verstehen. Aber wie soll man diese Dinge denn mit einfachen Sätzen erklären? Unbestritten ist eigentlich nur Folgendes:
  • Es gibt keine Regeln für die Insolvenz (Konkurs) von Staaten, auch nicht in Europa.
  • Es gibt keinen Paragrafen, der den Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone vorsieht. Hierzu müsste der Vertrag von allen 17 Unterzeichnern geändert werden.
  • Es gibt keinen Paragrafen, der Griechenland den Austritt aus der Eurozone gestattet.
  • Eine Rückkehr zu DM würde zu einer Aufwertung unserer Währung führen, die mindest so problematisch wäre, wie es zurzeit in der Schweiz ist. Für Deutschland würde der Export zusammenbrechen, was mehrere hunderttausend Arbeitsplätze kosten würde.
Andere Aussagen sind nicht seriös und zeugen nur von mangelndem Detailwissen. Es braucht schon ein großes Maß an Unkenntnis, wenn man als Wirtschaftsminister der Bundesrepublik Deutschland einen so flotten Ausspruch unters Volk bringt wie: „Geordnete Insolvenz“. Und Rechnen konnte die FDP offensichtlich nie besonders gut. Heute ist diese Reichenpartei in Berlin bei 1,8% angekommen. Bei dieser Verschiebung des Kommas darf es auch in Zukunft ruhig bundesweit bleiben. Die einstige Prognose von Westerwelle mit 18 % Wählerstimmen ist offensichtlich nur ein Schreibfehler gewesen. Oder? Ihr Erler.Nordlicht@gmx.de

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