25.01.2010 - Alles nur Übung

Früh übt sich, wer ein Meister werden will.
Friedrich Schiller (Wilhelm Tell, 1804)

Wenn Menschen Dinge vollbringen, die wesentlich über dem „normal üblichen“ liegen, ist man schnell dabei, von Begabung, Hochbegabung oder Talent zu sprechen. Dabei schreibt man ihnen häufig eine natürliche Veranlagung zu, an der es einem meistens selber – leider - mangelt.

Sofern das mit körperlichen Dingen zusammen hängt, mag das ja stimmen. Man muss schon die erforderlichen Stimmbänder haben, um Opernsänger zu werden. Auch ein Zehnkämpfer kann nicht starten, wenn seine Knochen und Sehnen den Belastungen des Sports nicht gewachsen sind.

Aber sonst? Es gibt keine wissenschaftliche Definition, was unter „Talent“ zu verstehen ist. Es gibt auch keinen Nachweis, dass die Gene oder das Gehirn von „Hochbegabten“ sich von denen anderer Menschen biologisch unterscheiden.

Weshalb sind dann aber Tennisspieler wie Steffi Graf und Boris Becker, Rennfahrer wie Michael Schumacher, Golfspieler wie Tiger Woods, Pianisten wie Lang Lang oder Geigerinnen wie Anne-Sophie Mutter zu so außerordentlichen Leistungen fähig? Die Antwort lautet: Üben, üben, üben. Von Jugend an, jeden Tag viele Stunden und – das ist wahrscheinlich entscheidend – mit Hingabe. Immer und immer noch einmal die Stellen wiederholen, die noch nicht so gut klappen, bis es richtig läuft. Das gilt übrigens auch für Schachspieler. Es gibt dabei Spitzenspieler der Weltklasse, die einen Intelligenzwert (IQ) unter 100 haben, also alles andere als „hochbegabt“ sind.

Diese Hingabe beim Üben ist nicht immer automatisch da. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass insbesondere im asiatischen Raum (aber auch früher in der DDR) Kinder z. B. im sportlichen Bereich sehr stark gefördert werden bzw. wurden. Das ist allerdings oft eine sehr harte Schule, die ihnen nur wenig Freiraum für normale Kinderspiele lässt. Dass daraus später so viele „Talente“ erwachsen, ist dann aber fast zwangsläufig.

„Begabtenförderung“ wird auch gerne als politische Parole benutzt. Sobald die finanziellen Mittel dann aber knapp werden, wird versucht, die Zahl der zu Fördernden einzuschränken. Das ist dann die Zeit, wo Elite-Unis gegen Massen-Unis gestellt werden und wo schärfer getrennt wird zwischen Gymnasium und Gesamtschule.

Weniger Kindern und Jugendlichen Unterstützung zu geben heißt für den Staat natürlich: Geld sparen. Das ist meiner Meinung nach aber der falsche Ansatz und viel zu kurz gegriffen. Natürlich sollte man Kinder nicht mit aller Kraft zu Dingen zwingen, die man sich früher vielleicht einmal selbst erträumt hat und durch die man sich dann persönlich verwirklichen will. Aber eine breite Förderung von möglichst vielen jungen Menschen ist wichtig, damit sie später in den verschiedensten Bereichen des sportlichen oder beruflichen Lebens besondere Leistungen bringen können. Oder?

Ihr
Erler.Nordlicht@gmx.de

Termine

Alle Termine öffnen.

29.11.2018, 19:00 Uhr Einladung zur Sitzung der AG Migration und Vielfalt
Tagesordnung: TOP 1: Protokoll der letzten Sitzung TOP 2: Begrüßung, Eröffnung, Feststellung der …

 

 

Meldungen

Falls Sie Rechtsfragen haben, könnte Ihnen
diese Seite weiterhelfen.

Jusos in Gelsenkirchen

Aktiv bei Facebook    
Internetseite     
Siehe auch:     
Ückendorfer Falken (Spunk)    
Jusos in NRW     
Jusos    

Counter

Besucher:1244351
Heute:58
Online:2

WebsoziInfo-News

13.11.2018 20:21 Europäische Batteriezellenfertigung – der Staat handelt, die Wirtschaft muss nachziehen
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat heute Fördermittel in Höhe von einer Milliarde Euro für die Ansiedlung einer Batteriezellenproduktion in Deutschland angekündigt. Dies ist erfreulich, um die Technologieführerschaft für die wichtigste Komponente der elektronischen Fahrzeuge im eigenen Land zu erhalten. Innovative Arbeitsplätze können so entstehen, eine Abhängigkeit von asiatischen Herstellern kann vermieden werden. „Elektrische

11.11.2018 19:30 Andrea Nahles beim Debattencamp „Wir werden Hartz IV hinter uns lassen“
Klar links profiliert eröffnet Andrea Nahles das SPD-Debattencamp. Die Forderung, Hartz IV zu überwinden steht dabei stellvertretend für die Grundrichtung, in die sie die Partei lenken will. Bündnispartner für ihren Kurs findet sie bei erfolgreichen linken Regierungschefs in Europa. Die SPD will Deutschlands Sozialstaat fit für die Zukunft machen. „Wir brauchen eine große, umfassende, tiefgreifende

11.11.2018 19:29 Das war das SPD-Debattencamp – Stark! Lebendig! Debattenfreudig!
Auf ihrem Debattencamp hat die SPD gezeigt, wie eine moderne linke Volkspartei aussieht: Leidenschaftlich, vielfältig. „Das Debattencamp steht für eine SPD, die Lust hat auf morgen“, sagte Andrea Nahles. Mutige Ideen, keine Frontalbeschallung, sondern echte Debatte und Dialog. Das war das erste SPD-Debattencamp. 3400 Gäste diskutierten innerhalb von zwei Tagen in mehr als 60 Sessions.

10.11.2018 12:48 Schneller planen, Bürgerbeteiligung sichern
Der Deutsche Bundestag hat Donnerstag Abend das Gesetz zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren beschlossen. Die SPD-Bundestagsfraktion hat in den parlamentarischen Beratungen entscheidende Verbesserungen erreicht: Wir sichern den Anspruch auf Lärmschutz in vollem Umfang und wir verhindern die Rodung von alten Waldbeständen im Rahmen der vorläufigen Anordnung. Insgesamt wird das Gesetz Planungen und Genehmigungen beschleunigen,

09.11.2018 19:45 SPD-Bundestagsfraktion setzt Stärkung des Zolls durch
Gerade ist der deutsche Zoll als Weltmeister gekürt worden. Weltweit ist er der leistungsfähigste und effizienteste Zoll. Das geht aus dem Logistics Performance Index (LPI) der Weltbank hervor. „Der deutsche Zoll ist stark und so soll es auch bleiben. Deshalb hat die SPD-Bundestagsfraktion vergangene Nacht die Grundlage dafür gelegt, dass dies auch in Zukunft so

Ein Service von websozis.info